Werbung / Laufschuhe kaufen ist oft genauso anstrengend wie die perfekt sitzende Jeans zu finden. Doch diese Anstrengung muss jeder auf sich nehmen, wenn man die Freude am Laufen nicht verlieren möchte – oder sie erst aufbauen will. Auch Verletzungen kann mit dem richtigen Paar vorgebeugt werden. Daher habe ich für euch meine Tipps für den richtigen Laufschuhkauf zusammengefasst!

# Passform

Ich wünschte ich könnte euch sagen: „Modell XYZ von Marke ABC ist der Beste!“. Doch leider gibt es den „perfekten Laufschuh für alle“ einfach nicht. Jeder Fuß ist anders: nicht nur die Länge, sondern auch die Breite des Fußbettes, der Ferse, die Höhe und Breite des Knöchels, die Wölbung des Brustbeines, usw… Die wichtigste Regel ist, dass der Schuh zum Fuß passt und sich bequem anfühlt. Wenn man sich nicht sicher ist, dann lieber weiter suchen.

# Größe

Beim Laufen rutschen die Füße nach vorne und die Zehen krallen sich leicht am Schuh fest. Deswegen sollte im Laufschuh vor der längsten Zehe ca. eine Daumenbreite Platz sein, damit der Fuß gut abrollen kann. Dies wiederum bedeutet, dass der Laufschuh in der Regel ca. 1 Nr. größer ist, als normale Straßenschuhe.

# Einsatz

Laufe ich auf der Straße, auf dem Laufband oder im Wald? Eher kurze oder lange Distanzen? Es gibt inzwischen für jeden Untergrund die passende Sohle und auch andere Eigenschaften spielen eine Rolle. Ein reiner Straßenlaufschuh sollte z.B. eine gute Dämpfung haben, da der Untergrund hart ist. Bei unebenem Laufuntergrund sowie im Winter braucht man eher ein gröberes Laufprofil.

# Die Leistenform

Unter Leistenbiegung versteht man den Verlauf der gesamten Sohle, also ob sie von der Ferse bis zum Zehenbereich gerade verläuft oder gekrümmt ist. Ist die Leiste eher gerade, sind die Schuhe stabiler. Für höheres Tempo oder Sprinteinheiten eignet sich eine gekrümmte Form. Diese hilft dem Fuß schneller abzurollen und es wird weniger Energie für die gleiche Bewegung benötigt. Die Asics Metaride, die ich hier auf dem Foto trage, sind genau solche Schuhe mit einer hohen Leistenbiegung.

# Die Sprengung

Die Sprengung beschreibt den Niveau Unterschied zwischen Rückfuß und Vorfuß – die Absatzhöhe sozusagen. Bei Trainingsschuhen sind es meistens zwischen 8 und 12 Millimeter. Wettkampfschuhe haben weniger Sprengung.

# Die Dämpfung

Wie viel Dämpfung man braucht, hängt sowohl vom Laufstil als auch von der Fußform ab, aber auch vom eigenen Körpergewicht, denn die Dämpfung tut nichts anderes als unser Gewicht beim Aufprall gegen den Boden abzufedern. Eine kleine Frau, die 50 Kg wiegt braucht also weniger Dämpfung als jemand, der 100 Kg wiegt. Barfuß Schuhe haben z.B. so gut wie gar keine Dämpfung. Sie können super sein, um den Fuß zu trainieren, ein übergewichtiger Läufer sollte aber eher die Finger davon lassen – zumindestens am Anfang der Laufkarriere 😉

# Die Stabilität

Auch diese Eigenschaft ist von vielen Faktoren abhängig und deswegen lässt sikeine generelle Empfehlung geben. Grundsätzlich kann man aber sagen: manchmal ist weniger mehr. Tendenziell werden eher sehr stabile Schuhe getragen, was durchaus seine Vorteile hat. Aber wenn die natürliche Abrollbewegung des Fußes zu sehr stabilisiert, sprich manipuliert wird und die Korrektur des Laufstils zu stark wird, dann hat der Körper weniger Möglichkeiten auszuweichen. Mögliche Verletzungen sind Kniebeschwerden, Achillessehnenreizung oder ein Fersensporn.

# Beratung

Aus all den oben genannten Gründen ist es essentiell, eine gute Beratung zu bekommen und die gibt es nur im Fachhandel. Außerdem müssen die Schuhe anprobiert werden. Wer online bestellt gibt sich mit dem Zweit- oder Drittbesten zufrieden, denn es ist mühsam viele Schuhe zu bestellen und evtl. alle wieder zurück zu schicken. Ich habe bisher alle meine Laufschuhe im stationären Handel gekauft und werde es weiterhin so handhaben.

Meine letzten 3 Paar habe ich aus dem WMNS Running Store in Wien. Dort gibt es Nike und Asics Schuhe und alles, was eine Läuferin so braucht: Kleidung, Taschen, Fitnessuhren… Ich habe mich dort immer gut beraten gefühlt und mag alle meine drei Laufschuhe gleich gerne. Das Besondere an dem Geschäft ist, dass die Schuhe nicht wie üblicherweise gemeinsam an einer Wand gezeigt werden. Sie sind im Laden verteilt und zum Teil gar nicht sichtbar. Der Grund einfach: der Kunde soll nicht durch die Optik der Schuhe verführt werden und sich evtl. in ein Paar „verlieben“, das gar nicht zu einem passt. Die Verkäuferinnen zeigen einem also nur jene Schuhe, die sie als richtig empfinden und tasten sich so an das perfekte Paar heran.

Wenn man neue Laufschuhe kaufen möchte empfehle ich außerdem viel Zeit einzuplanen und die üblichen Laufsocken oder Schuheinlagen mitzunehmen. Es kann auch hilfreich sein, die alten Laufschuhe mitzunehmen. So kann eine erfahrene Beraterin an den abgenutzten Stellen den Laufstil erkennen. Außerdem sollte man möglichst am späten Nachmittag einkaufen gehen, denn dann sind die Füße vom Alltag bereits leicht angeschwollen und man minimiert das Risiko, zu kleine Schuhe zu kaufen.

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*in sportlicher Zusammenarbeit mit dem WMNS Running Store