Es gibt unheimlich viele Vorurteile gegenüber der Paleo Ernährung, die oft dadurch entstehen, dass man sich nur oberflächig mit dem Thema beschäftigt. Das ist durchaus verständlich. Heutzutage gibt es so viele Ernährungsformen, da ist es schwierig den Überblick zu behalten und sich über alle ausführlich zu informieren. Seitdem ich mich mit der „Steinzeitdiät“ beschäftige, merke ich, dass mir immer wieder die gleichen Fragen gestellt werden. Oft sind diese Irrtümer auch die Gründe, weshalb manche an Paleo zweifeln. Ich möchte mit diesen Vorurteilen gegenüber der Paleo Diät ein bisschen aufräumen.

Kritik an der Paleo Ernährung

5 Vorurteile gegenüber der Paleo Ernährung

#1 Paleo = low carb

Paleo ist per Definition keine Low Carb Ernährung. Aufgrund der Tatsache, dass kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Nudeln und Brot ausgeschlossen werden, herrscht die Meinung, man würde gar keine Kohlenhydrate mehr essen. Das stimmt nicht ganz. Fast alle Gemüsesorten enthalten KHD, allen voran z.B. Datteln, Rosinen, Süßkartoffeln und Bananen. Ob man aus Paleo eine kohlenhydratarme Ernährungsweise macht oder nicht, liegt ganz bei einem selbst.

#2 Paleo ist eine Diät um abzunehmen

Dieser Irrtum ist eng verbunden mit #1. Dadurch, dass die „bekanntesten“ KHD ausgeschlossen werden, wird Paleo mit einer Diät zum abnehmen gleichgesetzt. Paleo ist aber eigentlich eine Ernährungsform, also ein möglichst dauerhafter Zustand, der nicht auf eine kurze Zeit beschränkt ist. Vielmehr ist es ein Lifestyle, bei dem wir uns um unsere Gesundheit im allg. kümmern und auch andere Bereiche ins Visier nehmen, wie z.b. körperliche Aktivität, Schlaf und die Umwelt. Dass viele Menschen während der Umstellung auf Paleo ein paar Kg abnehmen (Fettmasse) ist ein netter Nebeneffekt.

#3 Bei Paleo isst man nur Fleisch

Dies ist wahrscheinlich die größte Kritik an der Paleo Ernährung überhaupt. Die meisten Menschen stellen sich einen typischen Tag im Leben eines Paleoaners nämlich so: zum Frühstück gibt es Eier mit Speck, zum Mittag Fleischbällchen und am Abend Steak. Diese Vorstellung ist allerdings sehr weit von der Wahrheit entfernt. Unsere Vorfahren mussten jagen und hart arbeiten, um an tierisches Eiweiß zu gelangen und haben Fleisch ganz bestimmt nicht täglich gegessen. Die Paleo Ernährung besteht zu 60 bis 70% aus Gemüse. Wer also aus Überzeugung Paleoanhänger ist, kennt diese Grundidee und handelt dementsprechend. Wie oft und und wie viel Fleisch tatsächlich gegessen wird, entscheidet auch hier jeder für sich selbst. Wichtig ist nur, auf die Herkunft zu achten: das Fleisch soll hochwertig und grassgefüttert sein. Übrigens sind die meisten meiner Rezepte hier auf dem Blog fleischlos 😉

#4 Paleo hat zu viele Regeln

Jein. Die Grundregel lautet: hochwertiges Gemüse, Obst, Fleisch & Fisch, Eier, Nüsse, Samen und Kräuter im möglichst natürlichen, unverarbeiteten Zustand. Ausgeschlossen werden dadurch Milchprodukte, Getreide, Hülsenfrüchte und jede Art von industriell hergestellten Produkten (z.B. mit Zusatz von Konservierungsstoffen oder Zucker). Aufgrund von Nachhaltigkeit und Regionalität gibt es aber auch moderne Versionen von Paleo, die z.B. glutenfreie Getreidesorten, Reis oder Ziegen- und Schafsmilchprodukte erlauben. Wichtig ist, dass man diese Produkte auch wirklich verträgt.

#5 Paleo ist teuer

Auf den ersten Blick stimmt es: frisches Bio Gemüse und grassgefüttertes Fleisch ist teurer als eine Packung Nudeln und fertige Tomatensoße. Durch den Verzicht auf minderwertige Produkte wie Chips, Cola und Snacks bleiben uns aber ein paar Euros, die man wieder in bessere Lebensmittel investieren kann. Viel wichtiger ist jedoch, dass wir durch einen gesunden Lebensstil weniger krank sind und langfristig viel Geld für Arztbesuche, Medikamente etc. sparen.