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Im heutigen Post nehme ich euch mit auf einer kulinarischen Reise nach Portugal. Ihr könnt euch vielleicht daran erinnern, wie ich zu Weihnachten portugiesische Weihnachtskekse gebacken habe und sie mich in eine äußerst nostalgische Stimmung versetzt haben. Ich liebe meine Heimat und vermisse nicht nur meine Familie, sondern auch die Sonne, das Essen, das Meer. Ich kann es gar nicht richtig beschreiben – diese Sehnsucht nach bestimmten Farben und Gerüchen. Nicht ohne Grund habe ich mir den Schriftzug „heróis do mar“ (Helden des Meeres, der Anfang unsere Nationalhymne) am Arm tätowieren lassen.

Aus diesem Grund habe ich mich sehr gefreut, als ich vor kurzem ein „Portugal – Päcken“ vom Wein&Co bekommen habe: mit Kochbuch, zwei Weine und ein Olivenöl. Ich war beim durchblättern des Buches so gerührt, dass mir sogar die Tränen gekommen sind. Ich kannte natürlich 95% der Rezepte und die Aufmachung des Buches ist sehr authentisch: mit alten Omas, viele blau-weiße Kacheln und Handzeichnungen. Ich hätte nie gedacht, so ein Stück Heimat so nah an mein neues Zuhause zu finden.

Ich habe mich also entschieden, den Valentinstag vorzuverlegen und habe diese Woche ein 3 Gänge Menü aus dem Buch gekocht. Ihr müsst wissen, die Küche Portugals ist eine ganz besondere: ohne Schnick Schnack und Superfoods, die Zutaten sind pur, die Zubereitung einfach. Man könnte es auch als „arme Leute Küche“ nennen, denn es wird so gut wie nichts weg geschmissen. An der Küste sind leichte Gerichte mit Fisch und Meersfrüchte typisch. Im Landesinnere wird hingegen mit viel Fleisch gekocht und die Gerichte erinnern an Gulasch. Ich hatte beim Kochen unglaublich viel Spaß und habe es so genossen wie schon lange nicht mehr. Geschmeckt hat es natürlich auch 😉

Vorspeise: Ovos Verdes (Grüne Eier)

4 große hart gekochte Eier schälen, der Länge nach halbieren und den Dotter vorsichtig herausnehmen. Eidotter mit einer Gabel zerdrücken, 1 Bund frische Petersilie klein hacken und beides zur Seite legen. 50g Ghee* und eine klein gehackte Zwiebel bei kleiner Flamme dünsten. Alles miteinander verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Mischung wieder vorsichtig in die Eiweißhälften füllen und leicht andrücken. Öl in einer Frittierpfanne erhitzen. Die Eihälften erst in etwas Mehl* wenden, dann in einem verschlagenen Ei. Die Eihälften ins Öl geben und goldgelb frittieren. Auf etwas Küchenpapier abtropfen lassen.

Hauptspeise: Salada de Polvo (Tintenfischsalat)

Tintenfisch auftauen lassen oder frischen Tintenfisch nehmen und ca 40 Minuten lang kochen. Tintenfisch aus dem Topf nehmen und abkühlen lassen. Tentakel vom Kopf abtrennen und in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden. 1 grüne und 1 rote Paprika in kleine Würfel schneiden, 1 Zwiebel und 1 Bund Petersilie klein hacken. Alles in einer Schüssel geben und mit Salz, Pfeffer, 4 EL Olivenöl und 4 EL Rotweinessig würzen. Alles gut miteinander vermischen und für ein paar Stunden in den Kühlschrank durchziehen lassen. 20 Minuten vor dem Servieren herausnehmen.

Beilage: Batata ao Murro (K.O. Kartoffel)

1 Kilo kleine Kartoffeln leicht vorkochen. Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Kartoffeln auf ein Backblech geben, mit Meersalz bestreuen und für ca 30 Minuten im Ofen backen. Vom Blech nehmen und jeder Kartoffel einen Schlag mit der geballten Faust versetzen. 4 EL Olivenöl und 4 große Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten, in einer Pfanne erhitzen. Kartoffel darin wenden.

Nachspeise: Arroz Doce (Milchreis)

1,5 L Kokosmilch* in einem schweren Topf mit 2 Zimtstangen und die Schale einer Zitrone (am Stück, ohne das Weiße) langsam erhitzen. 250g Rundkornreis dazu geben und ca 30 Minuten lang unter häufigem Rühren auf mittlere Flamme kochen. Der Reis sollte auf keinen Fall trocken sondern cremig sein. Falls notwendig einfach mehr Milch hinzufügen. Zimtstangen und Zitronenschale herausnehmen. Milchreis in eine Schüssel füllen und abkühlen lassen. Mit Zimt verzieren und in den Kühlschrank stellen. Kleiner Tipp von mir: auf keinen Fall die Zimtstangen ablecken. Das klingt zwar verlockend, schmeckt aber leider total bitter 😉

* Um die Rezepte paleotauglich zu machen habe ich ein paar vereinzelte Zutaten ausgetauscht:
– Ghee statt Butter/Margarine
– Quinoamehl statt normales Mehl. Ist zwar auch nicht 100% Paleo aber die einzige Mehlsorte, die ich da hatte.
– Kokosmilch statt Kuhmilch

Diese Produkte wurden mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.