Im August habe ich mich 30 Tage lang nach Paleo ernährt. Wieso, wie ich dazu kam und was es eigentlich ist, erfahrt ihr hier. Aber nun ist die Challenge vorbei und es hat sich bei mir einiges verändert.

Aller Anfang ist schwer
Die ersten 2 Tagen waren für mich nicht einfach. Überall lagen Süßigkeiten und jeder hat mir etwas „verbotenes“ angeboten. Um das Verlangen nach Zucker zu stillen habe ich sehr viel Obst gegessen, teilweise sogar bis zu 2 Mahlzeiten am Tag. Es waren zwar meistens nur Beeren oder ein Ananas Smoothie, aber die Menge war nicht unbedeutsam. Ich habe nicht wirklich darauf geachtet und irgendwann wunderte ich mich, weshalb ich nicht diese mega körperliche Veränderung empfinden konnte, von der die meisten schwärmen. Nach ca.10 Tagen bin ich endlich darauf gekommen, dass es vielleicht ein bisschen ZU viel Obst war, denn immerhin enthält Obst sehr viel Fruchtzucker. Um diesen Überschuss zu kompensieren habe ich dann 3 Tage lang gar kein Obst gegessen. Während dieser Zeit war ich sportlich sehr aktiv und merkte auch irgendwann, dass mir ein bisschen die Energie fehlte. Angeblich sollte der Körper das später regulieren – da war ich mal gespannt.

Die goldene Mitte
Gar kein Obst zu essen kommt für mich absolut nicht in Frage, denn ich LIEBE Obst. Ich habe also einen Zwischenweg gesucht und max. 1 Malhzeit am Tag als Obst gegessen. Ich bemerkte die ersten körperliche Veränderungen und war etwas beruhigter. Beim Sport tat ich mir leider immer noch etwas schwer und so entdeckte ich die Welt der Energie Riegel und Datteln für mich neu: zwischen 2-4 Riegel oder 10-15 Datteln am Tag habe ich verdrückt. Ich war buchstäblich im Energierausch und das war dann mein zweiter großer Fehler. Ich bilde mir ein mein Bauch würde aufgehen wie ein Kuchen im Ofen und gut vertragen habe ich diese Sachen eigentlich auch nicht.

Paleo Unterwegs
Genau in der Mitte meines Experiments war ich beruflich in Deutschland unterwegs und das war eine richtige Herausforderung. Es fing an mit dem Frühstück im Hotel: es gab Joghurt, Müsli, Brot mit etlichen Auftriche, verschiedenste Mehlspeisen. Nein, nein, nein und nein. Es gab auch Eier. Leider weich gekocht, was ich nicht mag, also auch nein. Und es gab Obst. Fertig geschnitten und zusammen gemischt aber leider hauptsächlich aus der Dose. Also auch nein. Hmmm. Es gab Gurken und Tomaten und um die Ecke ein Tante-Emma-Laden wo ich mir eine Packung gekochte Eier gekauft habe. Das war also 3 Tage lang mein Frühstück und auf dem Weg in die Arbeit habe ich mir noch einen grünen Smoothie to go besorgt. Bei der Arbeit selber war es nicht besser. Die Firma hatte Mittagessen für alle bestellt. An Tag 1 gab es Schnitzel, Reis, Kartoffel und Salat. Ich nahm mir also eine riesige Portion Salat und ein paar Schnitzel. Ganze 10 Minuten habe ich gebraucht bis ich die Panade aus dem Fleisch weg gekratzt hatte und mein Teller sah aus wie ein Kriegsgebiet. Geschmeckt hat es eigentlich gut und ich war vorerst zufrieden aber dann bekam ich Magenkrämpfe, die mich den ganzen restlichen Tag genervt haben. An Tag 2 gab es Nudeln mit Fleischsoße und Salat. Zum Glück war das ein Buffet und ich konnte die Nudeln weg lassen. Das war dann schon etwas besser. Am Abend war ich auf einer Veranstaltung, wo wir mit einem Glas Sekt begrüßt wurden. Alkohol durfte ich aber auch nicht trinken und so musste ich mich rausschleichen und das Glas gegen etwas anderes (naja was wohl – Wasser) austauschen.

Endspurt
Während der letzten 10 Tage hieß es dann: Zähne zusammen beißen und alles richtig machen ohne zu viel Obst oder Nüsse. Eine letzte harte Prüfung hatte ich am letzten Tag meiner 30 Tage Challenge. Ich war schon seit 3 Tage beruflich in der Schweiz und hatte bisher alle Mahlzeiten gut überstanden. Am Tag der Abreise gab es um 07:30 Uhr Frühstück im Hotel und dann war ich bei der Arbeit. Um 14:30 Uhr bin ich mit einer Arbeitskollegin Richtung AT los gefahren (ja gefahren. Mit dem Auto.). Mittagessen hatten wir aus zeitlichen Gründen ausgelassen bzw. verschoben. Wir wollten während der Fahrt irgendwo eine kurze Pause machen und dort was kleines Essen. Nur nicht in der Schweiz, wo alles so teuer ist. Endlich in Österreich angekommen haben wir sofort die erste Tankstelle angesteuert, die wir finden konnten. Dort wurde sie fündig. Ich leider nicht, denn es gab nur belegte Brötchen, Schokolade oder Cola. Etwas weiter habe ich ein Supermarkt gefunden aber dort waren irgendwie alle Salate ausverkauft… Inzwischen war ich schon sehr (!) hungrig und am verzweifeln. Um 19:30 Uhr dann die Erlösung: eine Tankstelle mit Restaurant, wo ich mir ein halbes Hähnchen und gegrilltes Gemüse geholt habe. Es muss wohl eine sehr große Portion gewesen sein, weil die Kassiererin mir 2 Bestecksets geben wollte (hahaha).

Fazit
Vor und nach den 30 Tage Paleo habe ich Fotos gemacht, mich gewogen und bestimmte Maße meines Körpers genommen. Ich habe nicht nur 3,6 Kg, sondern auch 4 cm Umfang an Bauch und Hüfte verloren. Muskelmasse war das nicht, denn ich kann nach wie vor das gleiche Gewicht beim Sport bewegen. Ich habe also wirklich Fettmasse verloren, vor allem an den lästigen Stellen am Oberschenkel, die mich schon seit Ewigkeiten stören. Auch meine engsten Arbeitskollegen haben diese körperliche Veränderung wahrgenommen und mich darauf angesprochen. Schlanker bin ich also geworden. Fitter auch, denn heute habe ich meine persönliche Bestzeit von 7 Km in nur 44 Minuten aufgestellt (bisher waren es 55 Min.). Mit weniger Gewicht zum herumschleppen lässt sich wohl schneller laufen 😀 Auch meine Haut ist besser geworden. Ich habe zwar nie viele Probleme gehabt, aber selbst die 2-3 Gelegenheitspickel im Monat sind komplett weg geblieben.

Die Ergebnisse von Paleo gefallen mir sehr gut, aber die Umsetzung ist nicht immer leicht, denn Paleo ist nicht gerade sehr gesellschaftsfähig. Ich hatte immer extra Wünsche im Restaurant, was ziemlich nervig sein kann und habe zuhause sehr viel Zeit damit verbracht mein Essen zum Mitnehmen für den nächsten Tag zuzubereiten. Das Paleo Buch, das wir uns extra gekauft hatten blieb aus Zeitgründen geschlossen im Schrank und somit gab es mindestens 20 Mal Eier zum Frühstück (hurra!) und 10 Mal Hackfleisch mit Champignons und Zucchini zu Mittag. Abwechslung war also eher nicht gegeben, auch wenn ich weiß, dass es auch anders geht. Vermisst habe ich Oatmeal, Joghurt und natürlich Schokolade. Alles andere (Käse, Milch, Nudeln, Brot, usw.) war eigentlich nicht so schlimm, vor allem da ich diese Lebensmittel auch vorher nicht besonders oft gegessen habe. Außerdem war ich erstaunt, wie viele Lebensmittel im Supermarkt mit Konservierungsstoffe, Zucker und sonstigem aufgepeppt werden. Im Grunde 99% aller Dinge, die in Verpackungen kommen (z.B. Schinken & Co., Balsamico, Gemüse aus der Dose).

Ihr dürft gespannt bleiben, wie es mir nach der Paleo Zeit gehen wird.

30TagePaleo

English version coming soon.