Vor der H&M Kollaboration war KENZO nicht wirklich populär.
Den meisten Bloggern war zwar der bunte Tigerkopf vor ein paar Jahren schon mal begegnet, massentauglich war das It-Piece jedoch nicht. Jetzt ist das Label in aller Munde und einige Mainstream-Kleiderschränke erfreuen sich des Designerzuwachs. Aber was bzw. wer steckt hinter der Marke?

Die KENZO Chronologie

Kenzo Takada wird im Jahr 1939 in Japan geboren. Als einer der ersten Männer besucht er die Modeschule in Tokyo und nach dem Abschluss entscheidet er sich dafür, in Paris sein Glück zu versuchen. Dort eröffnet er 1970 sein erstes eigenes Geschäft „Jungle Lap“. 6 Jahre später erfolgt dann die Umbenennung in „KENZO“. 1993 wird das Unternehmen vom Wirtschaftsriesen LVMH aufgekauft (ein Konzern, dem über 60 Luxusmarken gehören, wie z.B. Louis Vuitton, Christian Dior, Givenchy, Fendi, Céline). 1999 verlässt Kenzo Takada sein Unternehmen und übergibt die Geschäfte an seine Assistenten. Später übernimmt Sarde Antonio Marras die kreative Feder des Labels. Nach zahlreichen erfolgreichen Saisons wechselt 2011 die Führung in die Hände von Humberto Leon und Carol Lim. Das Designer-Duo soll das Label für eine jüngere Zielgruppe attraktiver machen.

Die KENZO Inspiration

Während seinen Anfängen in Paris nähte Kenzo Takada seine Entwürfe aus Stoffresten von Flohmärkten, weil er sich keine teuren Stoffe leisten konnte. Markenzeichen des Labels waren damals weite Schnitte, üppige Blumenmuster, leuchtende Farben und Dschungelmotive. Viele behaupten, Takada hätte damit den Ethno Stil erfunden. Seine Mode sorgte schnell für Aufmerksamkeit, denn es hatte so ganz und garnichts mit dem schlichten Pariser Chic zutun. Zwischenzeitlich wurde es stiller um die Marke, bis das Designer Duo das Ruder übernahm. Leon und Lim studierten die alten Entwürfe des Gründers genau und übersetzten seine typischen Elemente in ein modernes Zeitalter. Mit Erfolg – denn seitdem erscheint KENZO in einem neuen jungem Licht.

Der KENZO Tiger

Der erste Volltreffer der beiden war der Pullover mit dem bunten Tigerkopf und dem Markennamen in Druckbuchstaben. Die Inspiration kam natürlich vom Gründer selbst. Ein bekanntes Schwarz-weiß Bild aus den 70ern zeigt Takada auf einer Trittleiter in seiner Pariser Boutique. Er hält einen Pinsel in der Hand und lacht. Hinter ihm ist ein riesiges Wandbild: ein weiblicher Akt liegt mit Schal und Mütze im tiefen Dschungel – dahinter lauert ein Tiger.

Die KENZO H&M Kollaboration

Die kleine KENZO Kollektion für H&M ist eigentlich perfekt, denn es vereint alle typischen Merkmale des Labels: Leoparden Prints im Camouflage Style und Neonfarben, weite und ausladende Schnitte, die im Layering getragen spannende Silhouetten ergeben, Kleidungsstücke im Mustermix, die an Patchwork erinnern und natürlich der Tiger. Es ist eine geniale Mischung aus dem heutigen Zeitgeist und der japanische Kultur: Kappen mit XXL Schleifen, Badelatschen im Geta Stil (japanische Holzsandalen) und wendbare Kimonos sind nur ein paar Beispiele.

Viele Styles sind sicherlich nicht für den Mainstream gedacht, vor allem nicht im All-Over-Look. Kombiniert man aber einzelne Teile z.B. mit Schwarz, ergeben sich daraus tragbare Outfits. Ein Beispiel dazu zeige ich im Zusammenhang mit der Frage, ob die Designer Kollaboration ihren Hype Wert ist. Das heutige Beispiel ist natürlich keine Kombination, die ich tatsächlich tragen würde, sondern vielmehr eine Homage an den KENZO Spirit.

Kimono: Kenzo for H&M // Overknees: Stuart Weitzman // Choker: Zara // Tasche: Furla (similar here)