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Die Hypertrophy ist seit 2015 der wichtigste Crossfit Wettkampf in Österreich. Vergangenes Wochenende war es wieder soweit und die Arena Nova in Wiener Neustadt verwandelte sich in eine Bühne für Muskeln, Schweißperlen und lautes Jubeln.

Aber fangen wir mal von vorne an.

Wie qualifiziert man sich für die Hypertrophy?

Ein paar Monate vor der HT finden die Crossfit Open statt, sozusagen die weltweite Qualifikationsrunde für die späteren Regionals (=Europameisterschaft) und in weiterer Folge die Games (=Weltmeisterschaft). Jeder kann bei den Crossfit Open mitmachen und sich so mit tausend anderen Gleichgesinnten vergleichen.

Die besten 50 männlichen und 30 weiblichen Athleten aus Österreich werden von den Organisatoren der HT  zur Teilnahme eingeladen. Die Hypertrophy ist somit inoffiziell die österreichische Crossfit-Meisterschaft.

Wie läuft ein Crossfit Wettkampf ab?

Crossfit genau zu erklären würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Ganz einfach gesagt ist  es eine Mischung (= Cross) aus Gymastischen-, Leichtathletischen-, Ausdauer- und Gewichtheber Elementen. Um einen Gewinner festzustellen reicht es also nicht, nur 1 Übung abzufragen (wie z.B. beim Ski oder Schwimmen), sondern man muss die Athleten auf möglichst vielen Varianten herausfordern.

Viele Crossfit Wettkämpfe dauern deswegen 2 Tage und alle bestehen aus mehrere Workouts (=wod). Jedes Wod hat einen anderen sportlichen Schwerpunkt und der Gewinner des Wettkampfes ist also derjenige, der in möglichst vielen Modalitäten ein gutes Ergebnis erzielt.

Die Hypertrophy 2017

Als Location für das Event diente die Arena Nova in Wiener Neustadt, doch dieses Mal in einer anderen Halle als letztes Jahr. Wer in beiden Jahren dabei war, hat sicherlich die großen Unterschiede an der Organisation gemerkt. Ich meine damit nicht, dass es letztes Jahr schlecht gewesen wäre, ganz im Gegenteil. Aber dieses Jahr wurde die Veranstaltung auf das nächste Level gebracht.

Die große Halle war mit teurem Equipment bestückt und perfekt abgetrennt bzw. markiert – genau so wie bei den Crossfit Regionals. Die Zuschauer konnten entweder an den seitlichen Tribünen Platz nehmen, oder das Spektakel von oben betrachten. Dort waren außerdem einige Aussteller, die ihre Produkte vorgestellt und verkauft haben (u.a. Compex, FoodSpring, Power Ninja) und sogar ein Food Truck, der gesundes und nährreiches Essen zu bieten hatte.

Auch für die Athleten wurde gut gesorgt. Hinter der “Wod-Bühne“ gab es einen abgesperrten Athletenbereich, wo sie sich in Ruhe aufwärmen und ihre Sachen deponieren konnten. Nicht zu vergessen den Goodie Bag – ein Crossfitter kann immer einen neuen Shaker gebrauchen 😉

Darüber hinaus wurde das gesamte Event aufgenommen und per Live Stream auf Facebook bzw. YouTube und auf einem der zwei vorhandenen XXL Bildschirmen übertragen. So konnten auch diejenigen, die nicht anwesend sein konnten, das Geschehen verfolgen und über die witzigen Ansagen der Moderatoren schmunzeln.

Die Workouts der Hypertrophy

Am ersten Tag durften alle Teilnehmer drei Wods absolvieren. Eines davon sogar am benachbarten Flugplatz, was für eine extra Portion Spaß bei den Athleten und Zuschauer gesorgt hat. Der zweite Tag begann ebenfalls mit einem Wod für alle. Danach wurden die bisherigen Punkte zusammen gezählt und nur die besten 30 männliche Athleten durften weiter machen. Nach Wod 5 wurde die Zahl wieder reduziert.

Im Finale standen sich dann die besten 10 männlichen und 10 weiblichen Athleten aus Österreich für einen letzten Battle gegenüber. Das Workout dauerte 23 Minuten und verlangte nach dem letzten bisschen Kraft.

Mein Fazit?

Der Ablauf des Wettkampfes verlief reibungslos und es wirkte alles sehr professionell. Ich war schon auf mehreren ähnlichen Veranstaltungen im In- und Ausland und muss wirklich sagen: die Hypertrophy war der Hammer! All die kleinen o.g. Punkte sind unglaublich wichtig für die Crossfit  Szene in Österreich, der leider noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, als sie es verdient.

Eins müsst ihr wissen: die Crossfit Szene in Österreich ist nicht besonders groß. Irgendwann kennt man jeden und eine solche Veranstaltung ist fast wie ein Klassentreffen, bei dem sich Freunde nach langer Zeit wiedersehen. Die Stimmung in der Halle war grandios und ich muss mich entschuldigen, falls jemand durch meine Schreie taub geworden ist…

Man munkelte hier und da, dass die Workouts nicht perfekt ausgeglichen wären und die eine oder andere wichtige Übung gefehlt hätte. Ob das wirklich so stimmt sei dahin gestellt. Es ist meiner Meinung nach sowieso sehr schwierig, alles unter einem Hut zu bekommen und jeder Athlet wird seine persönliche Meinung aufgrund von Vorlieben und Schwächen haben. Ich kann und werde mich allerdings nicht beschweren, denn es gab genug shirtless moments und ich durfte mit dem Sieger nach Hause fahren – also was will Frau mehr? 😉

 

Fotos @Birgit  Chytracek Fotografie

Ich freue mich schon aufs nächste Jahr und den einen oder anderen von euch dort zu treffen!

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