Gestern vor einem Monat fing ich mit dem Fasten an. Ich wollte auf Fleisch, Industriezucker und dem Einkaufen verzichten. Heute ziehe ich meine erste Zwischenbilanz und erzähle euch, wieso ich das Fleischfasten aufgegeben habe.

Vor gut einem Jahr hatte ich meinen bis dahin Höhepunkt an Sportleistung erreicht. Ich habe fast jeden Tag trainiert, habe mich gut ernährt und war extrem motiviert. Schnell konnte ich erste Erfolge sehen und spüren. Doch genau so schnell wie die Erfolge kamen, gingen sie auch. Auf einmal wurde mir ständig schwarz vor Augen, meine Beine wurden immer schwerer, die Augenringe immer deutlicher und ich war sehr blass. Ständig fragten mich meine Mitmenschen, ob ich krank sei. Diese Situation hat mich extrem frustriert. Ich habe einfach nicht verstanden warum es mir offensichtlich nicht gut ging, da ich doch eigentlich alles richtig gemacht habe?! Nach ein paar Wochen in diesem Zustand habe ich es endlich geschafft eine Blutanalyse machen zu lassen. Das Ergebnis war eindeutig: Eisenmangel und zwar akut.

Eisen hat viele Funktionen im menschlichen Organismus. Vor allem ist Eisen für den Sauerstofftransport im Körper (zu den Muskeln) verantwortlich und hilft Energie in den Zellen bereit zu stellen. Eisenmangel zählt zu den häufigsten Nährstoffmängel weltweit und führt zu Blutarmut, auch als Anämie bekannt. Es kann eigentlich jeden treffen. Eisen spielt im Wachstum eine wichtige Rolle, weshalb Kinder, Jugendliche und Schwangere oft betroffen sind. Wir Frauen haben gegenüber Männer einen höheren Eisenbedarf, da wir durch unsere Menstruation monatlich Blut verlieren und diesen ersetzt werden muss. Und auch Menschen, die sportlich sehr aktiv sind haben einen höheren Eisenverbrauch als weniger aktive Menschen, wodurch sie automatisch mehr Eisen aufnehmen müssen.

Bei mir traf vieles zu. Die erste Frage der Ärztin war ob ich Vegan sei. Denn Veganer essen ja bekanntlich kein Fleisch, und Fleisch ist der Haupteisenlieferant für den Körper. Ich bin keine Veganerin, aber damals habe ich tatsächlich mit dem Gedanken gespielt eine zu werden und deshalb sehr selten Fleisch gegessen. Ihre Lösung für mich war eine Eisen Therapie für mind 3 Monate um die Eisenspeicher aufzufüllen: täglich eine hochdosierte Eisentablette nehmen und einmal wöchentlich bei Ihr Eiseninfusion bekommen. Die Infusion musste ich leider ablehnen weil ich Nadeln hasse. Stattdessen habe ich mich mit dem Thema Ernährung sehr stark auseinander gesetzt. Ich habe mir Listen geschrieben mit Lebensmittel, die viel Eisen enthalten, und sie an der Küchentür geklebt. Diese Internetseite hat mir dabei geholfen. Hier für euch die wichtigsten Punkte:

Eisenhaltige Lebensmittel:
– Fleisch (vor allem rotes Fleisch, Leber, Rind), Austern
– Weizenkeime, Sojabohnen, Leinsamen
– Bohnen, Linsen, Haferflocken
– Spinat, Mangold, Fenchel, Kräuter, Rote Beete
– Mandel, Sonnenblumenkerne
– Schwarzer Johannisbeersaft, Traubensaft, Beerensäfte

Mindestens genau so wichtig ist es zu wissen, dass es bestimmte Lebensmittel gibt, die die Eisenaufnahme im Körper unterstützen (Vitamin C, z.B. Zitronen, Orangen, Paprika) und manche, die die Eisenaufnahme hemmen (Tee, Kaffee, Milchprodukte, Weissmehlprodukte).

Nach und nach habe ich das Problem in den Griff bekommen und das Thema schnell wieder vergessen. Bis jetzt eben. Bereits nach zwei Wochen ohne Fleisch kehrten die ersten Symptome zurück. Ich habe mich gefragt wie es Veganer wohl machen, ob sie Ergänzungsmittel nehmen müssen oder ob es so auch geht. Die meisten Eisenhaltige Lebensmittel, die Veganer zur Verfügung stehen sind aber nicht Paleo konform, wie z.B. Haferflocken, Soja, Bohnen und Linsen. Für mich war also die Liste kurz. Ich habe versucht die Mangelerscheinung nicht zu beachten aber irgendwann konnte ich nicht mehr zusehen wie es mir immer schlechter ging und meine sportliche Leistung zurück ging.

Nach 30 Tagen Fleischfasten kam ich wieder in den Genuss eines leckeren Steaks und ich sage es euch: es war der HAMMER!

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Und hier übrigens mein erster Biss: