In Portugal ist es ganz normal, dass man als Kind schwimmen lernt. Immerhin ist die portugiesische Küste 1.793 km lang und somit länger als die (einzige) Grenze zu Spanien. Wir verbringen mehr Zeit am Strand und Meer – naja eigentlich Ozean – als sonst irgendwo. Ich kenne ehrlich gesagt auch keinen einzigen Menschen mit portugiesischem Pass, der nicht schwimmen kann. Wobei mit schwimmen meine ich hier einfach nur die Fähigkeit, sich ohne Hilfsmittel über Wasser zu halten und sich mehr oder weniger fortbewegen zu können.

Ich erinnere mich wage daran, als Kind Schwimmunterricht gehabt zu haben. Wir lernten hauptsächlich keine Angst vor dem Wasser zu haben, z.B. durch Fähigkeiten wie Luftanhalten oder die Augen unter Wasser zu öffnen. Wir übten uns unter Wasser zu bewegen, machten Purzelbäume und Handstand. Und wir lernten natürlich auch die verschiedenen Schwimmarten:  Brust-, Kraul-, Rücken- und Delphinschwimmen. Aus dieser Zeit ist mir ein kleines Ritual, das wir in der Gruppe hatten, ganz besonders in Erinnerung geblieben: vor jeder Stunde sind wir heimlich auf die Toilette gegangen und haben ein Blatt aus der (sauberen!) Klopapierrolle abgetrennt. Das haben wir dann brüderlich geteilt und gegessen. Ja gegessen. Ich weiß nicht genau, wieso wir das gemacht haben. Wahrscheinlich haben wir uns eingebildet, das Papier würde uns Superkräfte geben und vor dem Ertrinken retten.

Als Teenager besuchte ich dann eine Privatschule, die sogar einen eigenen Pool hatte, wo wir einmal pro Woche Schwimmunterricht hatten. Mit 12 steckten wir alle in den Anfängen der Pubertät und viel lustiger als das Schwimmen an sich war die Tatsache, dass wir uns gegenseitig in Badehose und Badeanzug sehen konnten. Schwimmen war eindeutig unser Lieblingsfach und das nicht nur weil wir uns begrapschen konnten (oh ja). Das Spiel Wasserball könnte auch etwas damit zutun haben 🙂

Trotz der vermeintlichen Erfahrung, die ich mit Schwimmen habe, bin ich weit davon entfernt, ein Profi zu sein. Delphinschwimmen kann ich gar nicht, der Rest geht schon irgendwie.

Um mein Können wieder etwas aufzufrischen habe ich beschlossen, diese Sportart in meiner #12months12sports Challenge zu thematisieren und habe es nicht bereut. Es war super wieder mal schwerelos zu sein und da diese Aktivität sehr schonend für die Gelenke ist, konnte ich zum Teil aus einem Restday einen active Restday machen. Außerdem sagte Dori so schön:

Schwimmen für Anfänger

Eines der wichtigsten Dinge beim Schwimmen ist das Wassergefühl, welches hoffentlich vorhanden ist. Als Wassergefühl bezeichnet man die Fähigkeit, sich im Wasser wohl zu fühlen, sich orientieren und bewegen zu können. Dies zu trainieren ist recht unkompliziert und bedarf keiner wirklichen Hilfe. Wenn du die richtige Schwimmtechnik lernen willst, empfehle ich einen Schwimmkurs zu machen. Es gibt immer wieder Kurse in allen möglichen Hallenbädern.

Meine Tipps für Schwimmanfänger

  • Kontinuität
    Baue das Schwimmen regelmäßig in deinen Trainingsalltag ein, z.B. 1x die Woche oder alle 14 Tage. Kontinuität ist das Wichtigste, wie bei jeder Sportart.
  • Wassergefühl
    Bevor du dich mit Zeitmessung und Distanzen beschäftigt, solltest du dich um dein Wassergefühl kümmern. Lieber 45 bis 60 Minuten locker aber ununterbrochen im Wasser bewegen als unkontrolliert 10 Minuten Vollgas geben. So wird die Technik auch automatisch mit der Zeit besser.
  • Kleidung
    Ein trendiger Bikini mit Cutouts oder Rüschen ist eindeutig das Falsche zum Schwimmen, denn es soll ja bei den Bewegungen nichts verrutschen oder hervorblitzen. Ich trage immer entweder meinen geliebten Looney Tunes Bikini von H&M mit Tweetie drauf – weil gute Laune, High Waist & Neck – oder meinen Neuzugang: ein Badeanzug von Anita Sportswear. Bei beiden zwickt nichts und alles bleibt da wo es bleiben soll. Falls du zu Blasenentzündungen neigst (wie ich) empfehle ich dringend die Badekleidung sofort zu wechseln nachdem die Schwimmeinheit erledigt ist.
  • Schwimmbrille
    Schwimmbrillen sind meiner Meinung nach zwar kein Muss, aber nice to have. Sie müssen gut sitzen und dürfen nicht verrutschen. Wie beschlägt die Brille nicht? Ganz einfach: ein bisschen Spucke innen auf die Gläser und fertig!

Schwimmen in Wien

Wien bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Schwimmen an.

In den warmen Monaten bevorzuge ich natürlich alles unter freiem Himmel, so wird man nämlich gleich ein bisschen braun und Kosten hat man auch keine. Diesen Sommer war ich z.B. mindestens einmal in der Woche an der neuen Donau, gleich bei der U6 Station. Von Ufer zu Ufer sind es ca. 150 m, das ist eine gute Länge, die man am Stück schaffen sollte. Ein paar mal hin und her + 20 Squats zwischen jeder Länge = ein ziemlich cooles und anstrengendes Outdoor Workout 😉

Zudem gibt es viele Frei- und Hallenbäder in Wien. Sicher auch eines in deiner Nähe. Dabei gibt es nur zwei Dinge, die man beachten sollte:

  • Verhaltensregeln im Hallenbad
    Auf einer Bahn wird entweder Brust oder Kraul geschwommen und es gilt wie beim Straßenverkehr ein „Rechtsschwimmgebot“. Zum Überholen links vorbei ziehen. Zum Pausieren bleibt man an der Seite des Bahnendes stehen, nicht irgendwo im nirgendwo. Wer bereits Bahnen schwimmt und wendet, hat Vorrang vor denen, die neu starten.
  • Uhrzeiten
    Am besten schwimmt es sich natürlich, wenn so wenig Menschen wie möglich im Becken sind. Das kann von Standort zu Standort unterschiedlich sein und es lohnt sich auf jeden Fall ein bisschen Recherche zu betreiben. Zwischen 9 und 11 Uhr sind oft Gruppentrainings, die eine oder zwei Bahnen beanspruchen (Schulklassen, Schwimmkurse, Polizeikurse, etc..). Am späten Nachmittag ist auch meistens viel los, da viele nach dem Feierabend die Zeit vor dem Abendessen zum sporteln nutzen.