Der April ist zu Ende und somit auch der vierte Monat und die vierte Sportart meiner #12months12sports Challenge. Dieses Mal hieß es für mich: schwitzen beim Bikram Yoga und – soviel darf ich euch schon verraten – ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel Spaß dabei haben würde. Aber fangen wir mal von vorne an.

Die Herkunft von Bikram Yoga

Bikram Choudhury ist ein Yoga Guru aus Indien, der aus seinen eigenen körperlichen Bedürfnissen diese Yogamethode entwickelt hat, um chronische Gesundheitsprobleme zu beseitigen. In den 70er Jahren brachte er diese Praxis in die USA und irgendwann schwappte sie auch zu uns über.

Die Grundprinzipien und Positionen von Bikram Yoga

Bikram Yoga besteht aus 26 Yogahaltungen und 2 Atemübungen, die innerhalb von 90 Minuten bei 40°C und 40% Luftfeuchtigkeit durchgeführt werden. Dabei werden fast alle Haltungen 2x hintereinander durchgeführt. Die Reihenfolge der Positionen ist genau festgelegt, da sie aufeinander aufbauen. Dies bedeutet, dass jede Position nicht nur für sich selbst wirkt, sondern gleichzeitig auf die Nächste vorbereitet. Außerdem gibt es in der Bikram Yoga Serie keine Flows wie bei anderen Yoga Klassen. Jede Position wird einzeln durchgeführt und dazwischen hat man entweder im Stehen oder im Liegen (sog. Savasana) einen kurzen Moment Pause.

Besonders erwähnenswert ist hier auch die Tatsache, dass die Serie 9 Backbends (= Rückwärtsbeugen) beinhaltet. Diese Bewegungsrichtung ist vor allem für Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen, wichtig. Da wir im Alltag so gut wie nie Rückwärtsbeugen machen, kann diese Position besonders intensiv sein.

Die Wirkung Bikram Yoga

Bikram Yoga kommt aus der Hatha Yoga Tradition und ist als eine ganzheitliche Therapie zu verstehen, die Körper, Verstand und Geist gleichzeitig anspricht.

Im Laufe der Zeit entwickelt der Körper mehr Kraft, Flexibilität und Balance. Die inneren Organe werden leicht massiert und das Herz-Kreislauf-System wird durch Bewegung und Temperatur stimuliert. Die 40°C setzen außerdem entzündungshemmende Stoffe im Körper frei und machen die Gelenke etwas geschmeidiger, so dass man besser und tiefer in die Positionen kommt.

Auch unser Verstand entwickelt sich weiter. Wir gewinnen an Konzentration, Disziplin und Geduld. Wir lernen unseren Körper insgesamt besser kennen und gewinnen an Vertrauen, wie weit wir gehen können und wo unsere Grenzen tatsächlich sind – nämlich viel weiter als wir anfänglich glauben. Bikram Yoga findet in einem Raum voller Spiegel statt, die uns dazu zwingen, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Wir sehen ganz deutlich wo unsere Schwachstellen sind und können oft die Yogahaltungen selbst korrigieren. Darüber hinaus werden wir mit unserem Spiegelbild jedes Mal aufs neue konfrontiert und lernen uns zu akzeptieren, so wie wir sind (falls wir dies noch nicht tun). Jeder Mensch hat Falten wenn er sich hinsetzt oder zur Seite beugt, ganz egal wie dünn man ist. Jeder Mensch schwitzt und bekommt einen roten Kopf. Jeder Mensch ist irgendwo gleich und trotzdem anders. Diese Selbstakzeptanz war sicherlich eine der wichtigsten Lektionen, die ich durch Bikram Yoga gelernt habe und ist eng mit dem nächsten Punkt verwoben.

Zu guter Letzt erweitern wir unseren Geist. Wir lernen, den Fokus auf uns selbst zu lenken, die Umgebung mehr oder weniger zu ignorieren, die Signale unseres Körpers zu deuten und gezielter zu entspannen.

Outfit: Hey Honey Yoga

Bikram Yoga im Yogaloft

Meine Bikram Yoga Erfahrung durfte ich im Yogaloft machen. Das Studio im 4ten Bezirk ist hell, luftig und bietet verschiedene Yoga Kurse an, wobei der Schwerpunkt auf Bikram Yoga liegt. Außerdem gibt es hin und wieder Workshops, die man extra besuchen kann. Ich durfte an einem Workshop zum Thema „Backbend“ teilnehmen und war von dieser Bewegungsart sehr überrascht, da ich normalerweise Angst vor allem, was „über Kopf“ ist, habe. Aber Körper und Geist gaben irgendwann nach. Ich bin natürlich nicht über Nacht zum Backbend-Profi geworden, aber ich kann mich schon etwas leichter nach hinten beugen.

Es ist übrigens nicht notwendig, sich für die Stunden anzumelden, was ich super finde, wenn man wie ich einen eher flexiblen Arbeitsalltag hat, der sich auch im Laufe des Tages ändern kann. Dadurch kann es zwar schon etwas kuschelig werden, aber ich habe es noch nie erlebt, dass jemand aus Platzgründen nicht mitmachen konnte. Darüber hinaus kann man im Yogaloft die notwendige Ausrüstung für die Yoga Praxis kaufen: Outfit, Matte, Handtuch, Wasserflasche, etc… sogar Kokosnusswasser für danach oder Naturkosmetik von Ringana. Das Team im Yogaloft ist speziell für die Bikram Yoga Serie ausgebildet. Ich erlebe immer wieder, wie sie die Stunden der anderen besuchen und mitmachen. Es beruhigt mich ein bisschen zu sehen, dass auch sie nicht perfekt sind und nicht jedes Mal jede einzelne Pose perfekt halten können.

Ich freue mich wirklich sehr, dass ich meine ersten Bikram Yoga Erfahrungen im Yogaloft sammeln konnte und

so wurde aus mir ein Bikram Yoga Fan.

Zusätzlich zu den bereits genannten Aspekten, ist für mich Bikram Yoga der perfekte Ausgleich zu Crossfit und dem Laufen. Ich muss mich theoretisch nie ums Stretchen kümmern, da dies bei Bikram Yoga automatisch passiert. Ich mag anstrengende Workouts aber vor allem mag ich es, mich herauszufordern und Verbesserungen zu beobachten. Ich kann mich jetzt stolz ein kleiner Yogi nennen <3

Weitere Beiträge aus der #12months12sports Challenge:
Januar:  Was ist eigentlich Crossfit?
Februar:  Meine Motivation zum Laufen
März:  Boxtraining im Backyard Vienna

*mit Unterstützung vom Yogaloft