Schon vor einigen Jahren kam in mir der Wunsch auf, irgendwann mal Pole Dance auszuprobieren. Ich wollte wissen, was es mit dieser Sportart auf sich hat, wieso sie für viele so anrüchig ist und, ob es so anstrengend ist, wie andere behaupten. Als ich mich der #12months12sports Challenge gestellt habe, war mir klar: jetzt ist es soweit.

Pole Dance besteht aus akrobatischen, tänzerischen Bewegungen, die um eine vertikale Stange herum ausgeführt werden – so zumindestens die Definition. Es stellte sich heraus, dass Pole Dance viel mehr als nur ein „Tanz“ ist und daher oft gar nicht Pole Dance, sondern Pole Arts oder Fitness genannt wird. Was bleibt ist natürlich die Stange (= Pole) im Vordergrund. Während meines Anfängerkurses haben sich einige Dinge, die ich über Pole Dance gehört habe bestätigt und andere musste ich buchstäblich am eigenen Leib erfahren.

10 Dinge, die ich über Pole Dance gelernt habe

#1 Pole ist ein Ganzkörpertraining 

Pole Dance ist ein Ganzkörpertraining, das viele Faktoren vereint: Kraft, Ausdauer, Koordination, Gleichgewicht und Flexibilität. Insbesondere die Oberkörper-, Rumpf- und Beckenmuskulatur werden stark beansprucht, was für eine Stabilisierung der Wirbelsäule sorgt. Im Bewegungsflow der verschiedenen Figuren, bzw. Im Rahmen einer Choreographie, kommt man ganz schön ins Schwitzen. Außerdem werden in den Kursen viele Assistenzübungen zur Verbesserung der Flexibilität durchgeführt.

#2 Der Dresscode hat einen Sinn

Ich habe früher gedacht, die knappe Bekleidung gehöre irgendwie dazu. Aber ich habe mich gewaltig geirrt. Nicht nur das hinauf Klettern an sich, sondern auch die meisten Pole Figuren kommen nur durch sehr viel Körperkontakt mit der Stange zustande. Man hält sich mit den Armen, den Beinen und mithilfe des Rumpfes an der Stange fest und das funktioniert wiederum nur, wenn man direkten Hautkontakt hat. Kleidung führt nur dazu, dass man ständig weg rutscht und das ist kontraproduktiv. Vor allem die Beine sollten möglichst Textilfrei bleiben und am besten trainiert man sowieso in BH und Panty.

#3 Der Fokus liegt auf den Fähigkeiten unseres Körpers

Es geht beim Pole nicht darum, wie schlank oder definiert jemand ist. Es geht vielmehr darum, was unser Körper imstande ist zu tun. Meine Trainerin z.B. hatte keinen sichtbaren Sixpack, aber ihre Körperspannung war sagenhaft! Nehmen wir mich als Beispiel. Rein äußerlich würde ich mich schon als recht fit bezeichnen. Im Vergleich zu den anderen Mädels in meinem Einführungskurs hatte ich eine gut ausgeprägte Muskulatur – trotzdem war ich bei weitem nicht die Beste im Kurs.

#4 Pole tut weh!

Die harte Wahrheit muss an dieser Stelle gesagt werden: Pole ist kein Zuckerschlecken und nichts für sehr schmerzempfindliche Menschen. Vor allem die Innenseiten der Oberschenkel werden bei diversen Figuren stark beansprucht. Blaue Flecken und Rötungen sind garantiert…

#5 Pole stärkt dein Selbstvertrauen

Durch das knappe Outfit lernen wir mit der Zeit mehr und mehr unseren Körper zu akzeptieren (falls wir dies noch nicht tun). Darüber hinaus gewinnen wir mit jeder neu erlernten Figur an Selbstbewusstsein und Vertrauen in unseren Körper und unsere Fähigkeiten. Fortschritte zu beobachten ist für mich einer der wichtigsten Faktoren, die mich beim Sport motivieren.

#6 Es gibt viele Vorurteile gegenüber Pole…

…das wissen wir wohl alle. Meine Meinung hat sich nach dem Kurs geändert. Natürlich kann Pole Dance sexy wirken – vor allem wenn man es gut kann und alles so easy aussieht und ja, manchmal kann man sich auch sexy fühlen. Aber easy sah es bei mir definitiv nicht aus und die vielen blauen Flecken an den Beinen sind auch nicht besonders sexy. Jetzt verbinde ich mit Pole vielmehr den Fitnessaspekt und habe großen Respekt vor allen Frauen, die es regelmäßig bzw. langfristig machen.

#7 Pole birgt eine recht hohe Verletzungsgefahr

Anfänger sollten nicht alleine oder nur mit YouTube Anleitungen trainieren. Mit der falschen Technik kann man böse hinfallen und sich ernsthaft verletzen. Deswegen empfehle ich auf jeden Fall das Training in einem Studio unter professioneller Aufsicht. Erst nachdem man den sicheren Umgang mit der Pole gelernt hat und seine Grenzen kennt, sollte man alleine trainieren.

#8 Es gibt 3 verschiedene Pole Disziplinen

nämlich Sport, art & sexy. Bei Sport geht es um die Fitness an sich. Es werden hauptsächlich Figuren gezeigt, die eine extrem hohe Muskelkraft erfordern. Bei Pole Art fließen Tanzelemente aus anderen Tanzarten mit ein und oft werden auch dabei kleine Accessoires verwendet (Ball, Tuch, etc.). Sexy Pole ist wohl die bekannteste Form von Pole Dance und wahrscheinlich der Grund, weshalb es so viele Vorurteile gegenüber dieser Sportart gibt. Hier geht es, wie der Name schon sagt, darum, sich möglichst sexy und provokant um die Stange herum zu bewegen. Dabei werden oft High Heels oder sogar Overknee Stiefel getragen.

#9 Pole ist für alle geeignet

Es gibt keine Altersgrenze und keine passende Körperfigur für Pole. Wirklich jeder kann mit dieser Sportart beginnen. Es ist noch nie ein Profi vom Himmel gefallen, jeder muss am Anfang beginnen. Übrigens können auch Männer Pole Dance machen, da es verstärkt ihre liebste Muskelpartie beansprucht: den Oberkörper.

#10 Pole ist richtig beliebt

Pole Dance ist meiner Meinung nach richtig beliebt! Die Kurse in meinem Studio waren stets ausgebucht und es war richtig schwer einen passenden Termin zu finden. Es gibt noch viele andere Studios in Wien, denen es vielleicht ähnlich geht. Als ich auf meinen Social Media Kanälen gezeigt habe, dass ich Pole Dance ausprobiere, meldeten sich auf einmal einige andere Frauen, die das auch machen, gemacht haben oder machen wollen. Es ist also nie zu spät auf den Zug – Verzeihung, die Pole – aufzuspringen 😉

-> Da ich gerade so im Schreibmodus bin, gibt es noch einen extra Fun Fact für euch:

#11 Du solltest vor einer Poleeinheit nichts essen!

Das viele Drehen um die Stange hat mich anfangs fertig gemacht. Mir wurde regelrecht schwindelig und schlecht, wie wenn ich in einer Achterbahn sitzen würde. Auf nüchternen Magen trainieren hilft mir jedenfalls. Ich schien aber die Einzige zu sein mit diesem Problem. Allen anderen ging es immer gut.

Ich durfte meinen Einführungskurs im Studio Pole Angels absolvieren, in der Nähe der U6 Station Alserstraße. Das Studio wirkte auf mich familiär und ist mit allem ausgestattet, was man so brauchen könnte: WC, Dusche, kleine Küche, Sitzgelegenheiten und natürlich einer großen Spiegelwand vor den Poles. Mein Level 1 Kurs hat einmal in der Woche stattgefunden und das acht Wochen lang. Das war sehr angenehm, denn so konnte ich auch anderen sportlichen Aktivitäten nachgehen. Die Kurse kann man übrigens problemlos online buchen und man kann sogar verpasste Einheiten nachholen. Da es aber eine kleine und begrenzte Teilnehmeranzahl gibt, sollte man sich frühzeitig erkundigen und den Kurs so weit wie möglich im Voraus buchen.

Was ist mit euch: schonmal Pole Dance ausprobiert? oder jetzt evtl. Lust bekommen?
Ich freue mich wie immer über einen Erfahrungsaustausch mit euch <3

pole angels Wien

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